Medienmitteilung zur „Posse am Neumühlequai“

Die Stadt Zürich auf dem Holzweg: Der eigenmächtige Versuch der Stadt Velospuren auf Kosten des restlichen Verkehrs durchzusetzen, sorgt für Chaos.

Die Erneuerung der Tramhaltestelle Bahnhofquai hat eine Grossbaustelle am grössten 
Verkehrsknotenpunkt der Schweiz zur Folge. Die Stadt, konkret das Tiefbaudepartement von Stadträtin 
Simon Brander und die Dienstabteilung Verkehr von Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart wollten diese 
Konstellation ganz offensichtlich nutzen, um ihre Vorstellungen von Veloführungen rund um den 
Hauptbahnhof «provisorisch» umzusetzen: massiv breite Velospuren auf Kosten des motorisierten 
Verkehrs – und im Ergebnis auch auf Kosten von Bus und Tram. Es kam wie es kommen musste: der 
Verkehr kollabierte. Es bildeten sich lange Kolonnen samt stehenden Bussen und Trams mit Rückstau 
bis weit in den Schöneichtunnel hinein. Nicht nur der Regierungsrat war über diese Massnahmen nicht 
informiert. Er verfügte umgehend die Aufhebung dieser Spursperrungen und die städtischen 
Absperrungen wurden beseitigt. Die Stadt liess daraufhin trotzig die Lichtsignalanlagen orange blinken 
und stellte seither für Unsummen einen Verkehrsdienst zur Verkehrsregelung an. Angeblich sei die Stadt 
nicht in der Lage, die Lichtsignalanlage innert kurzer Frist wieder auf den Vorzustand zurückzustellen –
was natürlich hanebüchen und schlicht gelogen ist.

Gleichzeitig klagte sie gegen den regierungsrätlichen 
Entscheid beim Verwaltungsgericht und erklärte öffentlich, dass sie die Klage zurückziehen würde, falls 
man eine Lösung (in ihrem Sinne) finden würde. Solchen Druckversuchen hat das Verwaltungsgericht mit 
seinem gestrigen Entscheid einen Riegel geschoben und die Stadt im Rahmen vorsorglicher 
Massnahmen verpflichtet, den ursprünglichen verkehrlichen Zustand sofort wieder herzustellen. Dass 
sich das Verwaltungsgericht zu solchen Massnahmen gezwungen sieht, ist ungewöhnlich und gleichzeitig 
eine unmissverständliche Botschaft: Die Stadt ist komplett auf dem Holzweg.

Die Stadt reagiert in ihrer heutigen Medienmitteilung pikiert und weist vorsorglich die Verantwortung für 
allfällige Unfälle im Baustellenbereich von sich. Dass mit den angeordneten Verkehrsmassnahmen und 
dem willkürlichen Ausschalten der Lichtsignalanlagen die Bereitschaft von Feuerwehr und Sanität der 
Hauptwache am Neumühlequai beeinträchtigt waren, spielte hingegen keine Rolle. Man hörte die 
betroffenen Abteilungen nicht einmal an und scheint auch im Vorfeld die Velomassnahmen nicht mit der 
VBZ und weiteren Dienstabteilungen der Stadt abgesprochen zu haben. Das Beunruhigende daran ist: es 
scheint in den Departementen der Stadträtinnen Rykart und Brander niemanden mehr zu geben, der den 
Finger hebt und Bedenken anmeldet oder darauf verweist, dass auch andere - innerhalb und ausserhalb 
der Verwaltung - betroffen sein könnten und man gemeinsam nach vernünftigen Lösungen suchen soll.

Der Schuss vor den Bug durch das Verwaltungsgericht sollte helfen, wieder auf die provisorische 
Baustellen-Verkehrsführung zu fokussieren. Dann gelangt man rasch zur Erkenntnis, dass die 
Unterführung der Bahnhofsbrücke kein schludriges Provisorium sein darf, sondern auch für 
Zweiradfahrende mit einfachen Massnahmen fahrtauglich gestaltet werden kann und muss.